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Stehpulte - eine rückenfreundliche Alternative

Stehpulte Stehpult aus Birnenholz, aufgeklappt. Detail. © Slowwood
Seit geraumer Zeit erlebt das Stehpult seine Renaissance. Nachdem dieses rückenschonende Möbel im zwanzigsten Jahrhundert weitgehend aus der Mode gekommen war, setzt sich in den letzten Jahren mehr und mehr die Erkenntnis durch: was früher für gut befunden wurde, muß heutzutage nicht unbedingt schlecht sein.... Im Gegenteil: bereits für Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder Napoleon waren Stehpulte eine hilfreiche Selbstverständlichkeit bei der Arbeit. Daß aufrechtes Stehen die Wirbelsäule entlastet, die Bandscheiben gegenüber dem Sitzen nur halb so stark belastet werden und der positive Effekt von besserer Durchblutung auch die Konzentration beim Lesen oder Schreiben steigert, muß also auch in früheren Jahrhunderten schon eine allgemein gültige Erkenntnis gewesen sein.

Orthopäden empfehlen das Stehpult als rückenschonende Alternative

Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Der Mensch ist von Natur aus nicht zum ständigen Sitzen geschaffen. Nach Empfehlungen von Orthopäden und Arbeitsmedizinern sollte man an einem normalen Arbeitstag möglichst zu 50 Prozent sitzen und zu je 25 Prozent ( man spricht von der sogenannten "Steh-Sitz-Dynamik" ) stehen und gehen. Diese Quote kann jedoch für die meisten "sitzenden Büroarbeiter" nur ein schöner Traum bleiben. Die bekannten Folgen dieser einseitigen Belastung sind starke Abnutzung der Bandscheiben, Fehlhaltungen, Verspannungen der Rückenmuskulatur und des Nackenbereichs sowie chronische Kopfschmerzen und Durchblutungsstörungen in den Extremitäten. Durch teilweises Arbeiten im Stehen bei Telefonaten oder kurze Spaziergänge kann hier auch nur in begrenztem Maße Abhilfe geschaffen werden.

In diesen Fällen empfiehlt sich ein Stehpult. Wer seine Arbeitszeit nicht ununterbrochen vor dem Bildschirm verbringen muß, findet im Stehpult eine gesunde Alternative, um lesende oder schreibende Tätigkeiten auszuführen. Das aufrechte Stehen entlastet Bandscheiben und Wirbelsäule; die Atmung wird erleichtert und tiefer. Positiver Effekt des Ganzen: die Konzentrationsfähigkeit steigt durch die vermehrte Sauerstoffzufuhr und der gesamte Kreislauf kommt wieder in Schwung.

Eine an der Universitätsklinik in Bochum durchgeführte Studie spricht für sich: Bereits nach einem Vierteljahr gingen haltungsbedingte Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich um 50 Prozent zurück, Tätigkeiten wurden vermehrt im Stehen ausgeübt und 80 Prozent der am Test Teilnehmenden wollte ihr Stehpult auch nach Ende der Studie behalten. Stehpulte gibt es mittlerweile in verschiedenen Ausführungen: die Palette reicht hier von mobilen Stehpulten über freistehende Stehpulte sowie Stehpultaufsätze und solche, die zur Wandmontage geeignet sind. Höhenverstellbarkeit, Neigungsverstellung der Pultplatte sowie eine stabile Konstruktion sind dabei in den meisten Fällen selbstverständlich. Sogar spezielle Stehpulte für Computerarbeitsplätze sind mittlerweile auf dem Markt erhältlich und tragen zur Entlastung der Wirbelsäule und damit zu einer besseren Haltung bei.